im zug
so viele kreaturen
unterschiedlich
aus welchem grund
auf gemeinsamen weg
göttinger bahnhof
abfahrt richtung hannover
vorbei an
arbeitsamt
furchteinflößende architektur
die bahn verkauft ein haus
windig
die bäume fallen nicht
graffiti
büsche
alteisen
links und rechts ein wall
durchfahren wie eine schlucht
brücke
graublaues wolkenspiel
backsteinunterführung
das korn schon hellbraun
gutshof
güterzug rechts
wird überholt
land geometrisch strukturiert
verteilt
grün, hellbraun und rote dächer
bis zum horizont
baggersee
lärmschutzwand
tieffliegende wolken
verschieden grau
tunneldurchfahrt
konzentration verlagert
links etwas blauer himmel
rechts eine regenwand
scheinbar alles zum anfassen
fahren aber viel zu schnell
fenster geschlossen
vibration am linken oberschenkel
telefon
funkloch im tunnel
windräder
13.11.06
der tod dieser teufel 6.04
der tod dieser teufel
lässt sich das leben nicht nehmen
in anbetracht seiner selbst
begleiten die regentropfen
das zwitschern der vögel
lässt sich das leben nicht nehmen
in anbetracht seiner selbst
begleiten die regentropfen
das zwitschern der vögel
wir sind uns begegnet 4.04
wir sind uns begegnet
im foyer des notarbüros
steht eine zimmerbirke
mit ganzer kraft trotzt sie
der umgebung
hält an ihren letzten blättern
krampfhaft fest
mich berührt der zimmerbaum
er macht mich traurig
ich kann ihm nicht helfen
trüge ich ihn ins freie
ging es ihm genauso schlecht
wir sind uns begegnet
im foyer des notarbüros
steht eine zimmerbirke
mit ganzer kraft trotzt sie
der umgebung
hält an ihren letzten blättern
krampfhaft fest
mich berührt der zimmerbaum
er macht mich traurig
ich kann ihm nicht helfen
trüge ich ihn ins freie
ging es ihm genauso schlecht
wir sind uns begegnet
das leben scheint manchmal 12.03
das leben scheint manchmal
so logisch
so widersinnig
so selbstverständlich
so umständlich
so notwendig
so unsinnig
so liebenswert
so abscheulich
und die Berge stehen da
als wenn nichts gewesen wäre
so logisch
so widersinnig
so selbstverständlich
so umständlich
so notwendig
so unsinnig
so liebenswert
so abscheulich
und die Berge stehen da
als wenn nichts gewesen wäre
herbstbaum 10.03
herbstbaum
die birke tut so
als sei es ihr egal
dass die blätter abfallen
daneben der kastanienbaum
stellt sein herbstliches leid
standhaft zur schau
die eibe in der ecke
lacht – nicht laut
durchaus etwas schadenfroh
eine wildkirsche trägt
ihre trauer gefasst
angespornt von der vorfreude
die pappel kotzt mich manchmal an
ihr ehrgeiz als erste
den schnee zu erwarten nützt nichts
die buche im wald
schafft sich mächtig platz
nun muß sie die nächsten monate
allein mit ihren ästen
gegen den himmel zurecht kommen
die birke tut so
als sei es ihr egal
dass die blätter abfallen
daneben der kastanienbaum
stellt sein herbstliches leid
standhaft zur schau
die eibe in der ecke
lacht – nicht laut
durchaus etwas schadenfroh
eine wildkirsche trägt
ihre trauer gefasst
angespornt von der vorfreude
die pappel kotzt mich manchmal an
ihr ehrgeiz als erste
den schnee zu erwarten nützt nichts
die buche im wald
schafft sich mächtig platz
nun muß sie die nächsten monate
allein mit ihren ästen
gegen den himmel zurecht kommen
germania 6.03
germania
durcheinander in der bratwurst
embryonales camperverhalten
entfernte suche
keine nahsicht
sandalen mit easywalkersohle
immer bereit...
den nicht vorhandenen boden
zu umlaufen
der wirt war boxer
den kampf mit seiner frau
hat er verloren
er sitzt hinterm tresen
hört nichts mehr
der glückliche
sie sitzt zentral
um die ganze kneipe
übersehen zu können
zu müssen
wachtposten – feldwebellähmung
er könnte nicht weglaufen
ohne an ihr vorbei zu müssen
sie sitzt eben zentral
sieht jeden gast kommen und gehen
auch aufs klo
jeder kontakt in der kneipe
unterliegt ihrer ohnmächtigen kontrolle
das fußballspiel ist längst zu ende
triumphierend erzählt sie
ihr mann hatte alle boxkämpfe gewonnen
ihr triumph entstammt
ihrem traurigen sieg
gegenüber, vielmehr
schräg gegenüber sitzt ein mann,
nein etwas ähnliches
eigentlich jemand
der zu früh von seiner mutter
getrennt wurde
was wahrscheinlich eh jedem passiert
er ist auf ersatzsuche
durcheinander in der bratwurst
embryonales camperverhalten
entfernte suche
keine nahsicht
sandalen mit easywalkersohle
immer bereit...
den nicht vorhandenen boden
zu umlaufen
der wirt war boxer
den kampf mit seiner frau
hat er verloren
er sitzt hinterm tresen
hört nichts mehr
der glückliche
sie sitzt zentral
um die ganze kneipe
übersehen zu können
zu müssen
wachtposten – feldwebellähmung
er könnte nicht weglaufen
ohne an ihr vorbei zu müssen
sie sitzt eben zentral
sieht jeden gast kommen und gehen
auch aufs klo
jeder kontakt in der kneipe
unterliegt ihrer ohnmächtigen kontrolle
das fußballspiel ist längst zu ende
triumphierend erzählt sie
ihr mann hatte alle boxkämpfe gewonnen
ihr triumph entstammt
ihrem traurigen sieg
gegenüber, vielmehr
schräg gegenüber sitzt ein mann,
nein etwas ähnliches
eigentlich jemand
der zu früh von seiner mutter
getrennt wurde
was wahrscheinlich eh jedem passiert
er ist auf ersatzsuche
frühling 2003
frühling 2003
das gute treibt sein wesen
das böse treibt sein wesen
sie können nicht voneinander lassen
ohne das wesen des anderen
ist das eigene wesen nichts wert
mich kotzt der bush an,
sein vater, seine mutter,
seine frau auch
und all die anderen
scheinheiligen deppen
ihre erbärmliche unschuld
im zeichen eines zurechtgebogenen
kreuzes
ihr ekelerregender größenwahn
ihre grenzenlose armseligkeit
das gute treibt sein wesen
das böse treibt sein wesen
sie können nicht voneinander lassen
ohne das wesen des anderen
ist das eigene wesen nichts wert
mich kotzt der bush an,
sein vater, seine mutter,
seine frau auch
und all die anderen
scheinheiligen deppen
ihre erbärmliche unschuld
im zeichen eines zurechtgebogenen
kreuzes
ihr ekelerregender größenwahn
ihre grenzenlose armseligkeit
braun - eine zeitgenössische betrachtung 3.03
braun – eine zeitgenössische betrachtung
braun ist die erde, der sand der boden auf dem
menschen leben können
braun ist eine farbe, warm, duftend
braun ist scheiße, der unnütze rest, stinkend
braun ist dreck, rost, fäulnis
braun ist holz, wurzeln, pilze, herbst, laub
braun ist dunkel, tief, beängstigend
braun ist bedrohlich, vernichtend
braun ist sklaverei, armselig
braun ist geschichte, unterdrückung, demütigung
braun ist weltboden, sumpf
braun ist der grund des grün
braun ist die erde, der sand der boden auf dem
menschen leben können
braun ist eine farbe, warm, duftend
braun ist scheiße, der unnütze rest, stinkend
braun ist dreck, rost, fäulnis
braun ist holz, wurzeln, pilze, herbst, laub
braun ist dunkel, tief, beängstigend
braun ist bedrohlich, vernichtend
braun ist sklaverei, armselig
braun ist geschichte, unterdrückung, demütigung
braun ist weltboden, sumpf
braun ist der grund des grün
unterführung in halle 9.02
unterführung in halle
waschbetonplatten
deren fugenmörtel
trittfester als sie selbst
ausgetreten
traurige musik
habe vergessen welches instrument
graffiti – städtisch angeordnet
passantenanmerkung zu rosa
„schwule farbe“
geschlossene holzjalousien
abblätternde braune farbe
waschbetonplatten
deren fugenmörtel
trittfester als sie selbst
ausgetreten
traurige musik
habe vergessen welches instrument
graffiti – städtisch angeordnet
passantenanmerkung zu rosa
„schwule farbe“
geschlossene holzjalousien
abblätternde braune farbe
knapp 9.02
knapp
ein verwesender vogel
am boden in flughaltung
fünf meter noch
zur friedhofseinfriedung
buschrose, lavelndel
eine gemähte wiese
ein verwesender vogel
am boden in flughaltung
fünf meter noch
zur friedhofseinfriedung
buschrose, lavelndel
eine gemähte wiese
gottesacker 9.02
gottesacker
(inschrift an der einfriedungsmauer)
„stadtgottesacker
aufblühn und staub werden
das ist das ewige gesetz der natur
hoffet auf morgenrot im totental
hier die saat dort die ernte“
wuchernder grüner farn
schwarze steintafeln
offenes gruftloch
ein städtischer gottesacker
starkstrom, kabel schlängeln
sich über steineinfassungen
zu orangefarbenen verteilerkästen
ein blauer müllsack – voll
eine gelbe regenjacke – zerissen
ein mundschutz – eingedrückt
gußeisenlanzenzaun
verlassen – ein ehemals im neuzustand
schwarzer arbeitsschuh
möglicher zeitungstitel:
„einbeiniger barfuß auf der flucht vor...“
torbogen – urnennischen aus sandstein
drei namen aus dem jahr 2000
auch heute sterben die menschen noch
„alles gute zum geburtstag“
verwaschen auf einem zettel am boden
verlorenes am leben erhalten
sich selbst zum schutz
rotschwarze käfer überall
auf dem hellen sandstein
am torbogen, an einer kerze
überwiegend an ecken und kanten
- tausende
(inschrift an der einfriedungsmauer)
„stadtgottesacker
aufblühn und staub werden
das ist das ewige gesetz der natur
hoffet auf morgenrot im totental
hier die saat dort die ernte“
wuchernder grüner farn
schwarze steintafeln
offenes gruftloch
ein städtischer gottesacker
starkstrom, kabel schlängeln
sich über steineinfassungen
zu orangefarbenen verteilerkästen
ein blauer müllsack – voll
eine gelbe regenjacke – zerissen
ein mundschutz – eingedrückt
gußeisenlanzenzaun
verlassen – ein ehemals im neuzustand
schwarzer arbeitsschuh
möglicher zeitungstitel:
„einbeiniger barfuß auf der flucht vor...“
torbogen – urnennischen aus sandstein
drei namen aus dem jahr 2000
auch heute sterben die menschen noch
„alles gute zum geburtstag“
verwaschen auf einem zettel am boden
verlorenes am leben erhalten
sich selbst zum schutz
rotschwarze käfer überall
auf dem hellen sandstein
am torbogen, an einer kerze
überwiegend an ecken und kanten
- tausende
gedanken 9.02
gedanken
umherirrende gedanken
verdichtet im friedhofsbereich
verflüchtigen sich richtung
innenstadt – fußgängerzone
geistkonzentration in
todesnähe
meiden fluchtverhalten
suchen lebende
umherirrende gedanken
verdichtet im friedhofsbereich
verflüchtigen sich richtung
innenstadt – fußgängerzone
geistkonzentration in
todesnähe
meiden fluchtverhalten
suchen lebende
bahnfahrt halle-kassel 9.02
bahnfahrt halle-kassel
angstnebel
vorsichtig beobachtend
bis bedrängend riechend
schnaubend
ein paar reihen vor mir ein walkman
ein paar reihen hinter mir ein handy
rücksichtslos
vergangenheitslos
schmerzflucht
viel leben verbraucht
sich gegen angst
haltestelle bahnhof
weiterfahrt
wo war die frühere grenze?
nichts zu sehen
enten
hühner
enten
baumaschine
enten
hühner
sonnenschirm
fernsehempfangsschüssel
landschaft
mein gegenüber stellt ständig fragen
so wie ein sohn den vater
während einer reise
mit fragen bombardiert
in seiner natürlichen annahme
sein vater weiß alles gefragte
zu beantworten
mein gegenüber bemerkt nicht
dass ich nicht sein vater bin
obwohl er erkennbar älter ist
und ich keine seiner fragen
beantworten kann
sein atem schwer – panisch
riecht er bedrängend
kieswerk
camping
rosagrünes haus
gegenverkehr
laderampe
baracken
wucherndes grün
parkplatz
bahnsteig
haltestelle bahnhof
mein gegenüber aufgewacht
weiterfahrt
angstnebel
vorsichtig beobachtend
bis bedrängend riechend
schnaubend
ein paar reihen vor mir ein walkman
ein paar reihen hinter mir ein handy
rücksichtslos
vergangenheitslos
schmerzflucht
viel leben verbraucht
sich gegen angst
haltestelle bahnhof
weiterfahrt
wo war die frühere grenze?
nichts zu sehen
enten
hühner
enten
baumaschine
enten
hühner
sonnenschirm
fernsehempfangsschüssel
landschaft
mein gegenüber stellt ständig fragen
so wie ein sohn den vater
während einer reise
mit fragen bombardiert
in seiner natürlichen annahme
sein vater weiß alles gefragte
zu beantworten
mein gegenüber bemerkt nicht
dass ich nicht sein vater bin
obwohl er erkennbar älter ist
und ich keine seiner fragen
beantworten kann
sein atem schwer – panisch
riecht er bedrängend
kieswerk
camping
rosagrünes haus
gegenverkehr
laderampe
baracken
wucherndes grün
parkplatz
bahnsteig
haltestelle bahnhof
mein gegenüber aufgewacht
weiterfahrt
arbeitslos 9.02
arbeitslos
auf einer fensterbank
im ersten stock
sitzen zwei hunde
ein weibchen und ein männchen
schauen aus dem fenster
auf den gehsteig
beobachten menschlich vorüberziehendes
daneben im zweiten stock
ein mann mit nacktem oberkörper
schaut aus dem fenster
auf den gehsteig
beobachtet...
er kann die arme auf die fensterbank legen
auf einer fensterbank
im ersten stock
sitzen zwei hunde
ein weibchen und ein männchen
schauen aus dem fenster
auf den gehsteig
beobachten menschlich vorüberziehendes
daneben im zweiten stock
ein mann mit nacktem oberkörper
schaut aus dem fenster
auf den gehsteig
beobachtet...
er kann die arme auf die fensterbank legen
erfurt 5.02
erfurt
aussichtslosigkeit bahnt sich
einen grausamen weg
angst im dunkel
ohnmacht im dasein
opfer und täter
täter und opfer
verzweiflung und ohnmacht
wechseln ihren wirt
aussichtslosigkeit bahnt sich
einen grausamen weg
angst im dunkel
ohnmacht im dasein
opfer und täter
täter und opfer
verzweiflung und ohnmacht
wechseln ihren wirt
flussbett 3.02
flussbett
unvermeidbare stauungen
anspannungen
aufspannungen
die grenze zum nächsten schritt
erst leise sprudelnd
bis mächtig tosend
macht sich das Wasser auf
im Flussbett
fließende Ruhe
lebendiges strömen
unvermeidbare stauungen
anspannungen
aufspannungen
die grenze zum nächsten schritt
erst leise sprudelnd
bis mächtig tosend
macht sich das Wasser auf
im Flussbett
fließende Ruhe
lebendiges strömen
gossenhauer 12.01
gossenhauer
einsammeln
aufsammeln
wegfahren
beaufsichtigen
beschäftigen
wegräumen
aussortieren
auspressen
wegkippen
aufhalten
zuschlagen
wegschließen
einschnappen
zuschnappen
wegtreten
einsammeln
aufsammeln
wegfahren
beaufsichtigen
beschäftigen
wegräumen
aussortieren
auspressen
wegkippen
aufhalten
zuschlagen
wegschließen
einschnappen
zuschnappen
wegtreten
spassgesellschaft 11.01
spassgesellschaft
aus
lachen
un
gelebt
a
soziales
über
spielen
ver
leugnen
ein
beinig
ent
eilender
mißstand
aus
lachen
un
gelebt
a
soziales
über
spielen
ver
leugnen
ein
beinig
ent
eilender
mißstand
12.11.06
exostland 5.01
exostland
aus einem briefwechsel
was gibt es neues in exostland
exostland dämmert vor sich hin
es wird zudem langsam warm
und die boote stechen in see
wir haben ein neuesgroßes flaggschiff.....
aus einem briefwechsel
was gibt es neues in exostland
exostland dämmert vor sich hin
es wird zudem langsam warm
und die boote stechen in see
wir haben ein neuesgroßes flaggschiff.....
stillhalteabkommen 12.00
stillhalteabkommen
mit sich selbst
die stille sprachlosigkeit
vereinbart
damit es nicht rauskommt
mit sich selbst
die stille sprachlosigkeit
vereinbart
damit es nicht rauskommt
still 12.00
still
gestillt – genährt und beruhigt
eins sein mit der mutter
sei still – auf einmal
wird selbstverständliches
entzogen und abverlangt
die stille nacht
äußeres leben legt sich zur ruhe
ablenkungsmanöver – todmüde
da tauchen sie auf die mähren
die einsamkeit, der hass
die ziellose wut geboren in die stille
allzu verständlich davonlaufen
rastlos rennen
sich allem anhängen
was sich anbietet
spinn ich?
innehalten um den mangel zu spüren
die entzugserscheinungen der illusion
wo der tägliche trubel so gut abhilfe verschafft
und die fast unterträgliche angst
vor der unendlichkeit der stille
das alltäglich stillbare
ist lebendig
gestillt – genährt und beruhigt
eins sein mit der mutter
sei still – auf einmal
wird selbstverständliches
entzogen und abverlangt
die stille nacht
äußeres leben legt sich zur ruhe
ablenkungsmanöver – todmüde
da tauchen sie auf die mähren
die einsamkeit, der hass
die ziellose wut geboren in die stille
allzu verständlich davonlaufen
rastlos rennen
sich allem anhängen
was sich anbietet
spinn ich?
innehalten um den mangel zu spüren
die entzugserscheinungen der illusion
wo der tägliche trubel so gut abhilfe verschafft
und die fast unterträgliche angst
vor der unendlichkeit der stille
das alltäglich stillbare
ist lebendig
glück 12.00
glück
ich weiß nicht
ob glück
ob freude
andauernde lebensgrundlage sein muss
ich weiß dass
mein leben
meine familie
meine arbeit
sind
amen
ich weiß nicht
ob glück
ob freude
andauernde lebensgrundlage sein muss
ich weiß dass
mein leben
meine familie
meine arbeit
sind
amen
eiterstrom 9.00
eiterstrom
neid – gelb wie rotz
so wie die guten
die braven
die nichtssagenden
die
die sich nicht trauen
die sich durchlavieren
gegenseitig
gegeneinander
schneidend
giftig
ich fühle mich
schmerzlich neidisch
auf ihre scheinbaren plätze
in denen sie meinen zuhause zu sein
sie meinen etwas zu haben
ich bin nicht neidisch auf das haben
nein auf das meinen
auf ihre illusion
diese einfache blindheit
die sie schützt
aber nur sie
neid – gelb wie rotz
so wie die guten
die braven
die nichtssagenden
die
die sich nicht trauen
die sich durchlavieren
gegenseitig
gegeneinander
schneidend
giftig
ich fühle mich
schmerzlich neidisch
auf ihre scheinbaren plätze
in denen sie meinen zuhause zu sein
sie meinen etwas zu haben
ich bin nicht neidisch auf das haben
nein auf das meinen
auf ihre illusion
diese einfache blindheit
die sie schützt
aber nur sie
wut 4.00
wut
wut
gegen die straße
wut
gegen den hunger
wut
gegen die hoffnung
wut
gegen den entzug
wut
gegen die mutter
wut
gegen die manipulation
wut
gegen die abhängigkeit
wut
gegen den husten
die wut
vor der scheiße
die wut
vor der trauer
wut und scheiße
sektkorken der trauer
wut
gegen die straße
wut
gegen den hunger
wut
gegen die hoffnung
wut
gegen den entzug
wut
gegen die mutter
wut
gegen die manipulation
wut
gegen die abhängigkeit
wut
gegen den husten
die wut
vor der scheiße
die wut
vor der trauer
wut und scheiße
sektkorken der trauer
wir deutsche 4.00
wir deutsche
wir sind nicht deutsch
wie italiener italienisch
wir sind nicht deutsch
wie franzosen französisch
wir sind nicht deutsch
wie engländer englisch
wir sind offen wie gedemütigte
wir sind tolerant wie vertriebene
wir sind deutsche straßenkinder
wütend und zerstörerisch
unverantwortlich
lieb kind heischend
wir haben angst
und alle anderen auch
wir sind nicht deutsch
wie italiener italienisch
wir sind nicht deutsch
wie franzosen französisch
wir sind nicht deutsch
wie engländer englisch
wir sind offen wie gedemütigte
wir sind tolerant wie vertriebene
wir sind deutsche straßenkinder
wütend und zerstörerisch
unverantwortlich
lieb kind heischend
wir haben angst
und alle anderen auch
roßrot 4.00
roßrot
die herde
roter rößer
galoppiert
stampfend
ungestüm
gebändigt
erobert
das grüne
land
verlassener
hoffnungsschimmer
jetzt belebt
trampelnd
genommen
die erde ist betreten
die herde
roter rößer
galoppiert
stampfend
ungestüm
gebändigt
erobert
das grüne
land
verlassener
hoffnungsschimmer
jetzt belebt
trampelnd
genommen
die erde ist betreten
der eretrarische tod 4.00
der eretrarische tod
gewaltsame angst
droht
dem ganzen körper
jede bewegung
lebensnotwendigem folgend
wird mit zitternder anspannung
boykottiert
versuch
kein stillstand
nein
verkrampftes festklammern
an vergangenem
nie gewesenem
mitgebrachte
unerlebte sehnsüchte
paradiesische zustände
genährte illusionen
des kleinen mannes
den entzug durchstehen
und auftreten
gewaltsame angst
droht
dem ganzen körper
jede bewegung
lebensnotwendigem folgend
wird mit zitternder anspannung
boykottiert
versuch
kein stillstand
nein
verkrampftes festklammern
an vergangenem
nie gewesenem
mitgebrachte
unerlebte sehnsüchte
paradiesische zustände
genährte illusionen
des kleinen mannes
den entzug durchstehen
und auftreten
kümmern 3.00
kümmern
kümmere dich um dich
ich kümmere mich um mich
gemeinsam kümmern wir uns um uns
und um die kinder
kümmere dich um dich
ich kümmere mich um mich
gemeinsam kümmern wir uns um uns
und um die kinder
mord 3.00
mord
ich habe heute meinen vater und meine mutter umgebracht
mein vater ist seit 10 jahren tot
meine mutter lebt
es geht ihnen gut
ich habe heute meinen vater und meine mutter umgebracht
mein vater ist seit 10 jahren tot
meine mutter lebt
es geht ihnen gut
schweigemauer 2.00
schweigemauer
davor
gezeter
dahinter
kraftvolle ruhe
davor
mit dem rücken anlehnen
bis sie weich wird
durchlässig
den mut aufbringen
zurückzutreten
dahinter
sie werden weiter zetern
davor
gezeter
dahinter
kraftvolle ruhe
davor
mit dem rücken anlehnen
bis sie weich wird
durchlässig
den mut aufbringen
zurückzutreten
dahinter
sie werden weiter zetern
armlos 1.00
armlos
sich selbst entrückt
fremdgehörig
voll wut und hass
über das kastrierte
greifen und ablehnen
keine macht in sich
einzig die verletzung
des muttervaters
dem ertrinken nahe
spielt leben und tod die rolle
wo das sich selbst empfinden
den spürbaren standpunkt betreten
so weit weg scheint
dort den eigenen atem finden
wie ein neugeborenes
den gewohnten fremden takt
stehen lassen
um die erde zu betreten
sich selbst entrückt
fremdgehörig
voll wut und hass
über das kastrierte
greifen und ablehnen
keine macht in sich
einzig die verletzung
des muttervaters
dem ertrinken nahe
spielt leben und tod die rolle
wo das sich selbst empfinden
den spürbaren standpunkt betreten
so weit weg scheint
dort den eigenen atem finden
wie ein neugeborenes
den gewohnten fremden takt
stehen lassen
um die erde zu betreten
weihnachten ist gnadenlos 12.99
weihnachten ist gnadenlos
das große vakuum der zeit
wissen um das nichtwissen
das geheimnis
die frage
tragen
ein weiter weg
bis zwei gemeinsam
an einem tisch sitzen
das große vakuum der zeit
wissen um das nichtwissen
das geheimnis
die frage
tragen
ein weiter weg
bis zwei gemeinsam
an einem tisch sitzen
wer nichts spürt hat nichts zu sagen 11.99
wer nichts spürt hat nichts zu sagen
gefühllosigkeit kämpft
kapitulation
auf der seite
des gefühls
sprachlos und schrill
gefühllosigkeit kämpft
kapitulation
auf der seite
des gefühls
sprachlos und schrill
vater unser 10.99
vater unser
vater unser im himmerl
geheiligt werde dein name
dein reich komme
dein wille geschehe
wie im himmel, so auf erden
unser tägliches brot
gib uns heute
hey, sag mal, wo ist eigentlich unsere mutter
vater unser im himmerl
geheiligt werde dein name
dein reich komme
dein wille geschehe
wie im himmel, so auf erden
unser tägliches brot
gib uns heute
hey, sag mal, wo ist eigentlich unsere mutter
bunker 10.99
bunker
symbol allgegenwärtiger bedrohung
mahnmal – zeuge
das fensterlose gebäude
verschließt sich
vor der äußeren realität
angst –
vor erinnerung
vor der möglichen
unausweichlichen notwendigkeit
im inneren
unbekannten schutz
annehmen zu müssen
eindringen in den dunklen tiefen raum
voll existentieller hoffnung
dabei zu sein – zu bleiben
im inneren kalt geborgen
dem wahnsinn für den moment
unbekannter dauer – entkommen
überleben
eine chance
symbol allgegenwärtiger bedrohung
mahnmal – zeuge
das fensterlose gebäude
verschließt sich
vor der äußeren realität
angst –
vor erinnerung
vor der möglichen
unausweichlichen notwendigkeit
im inneren
unbekannten schutz
annehmen zu müssen
eindringen in den dunklen tiefen raum
voll existentieller hoffnung
dabei zu sein – zu bleiben
im inneren kalt geborgen
dem wahnsinn für den moment
unbekannter dauer – entkommen
überleben
eine chance
unvergessen 9.99
unvergessen
ein unding
unsinn – nichts
vergessen
für den moment
in einem nicht erkennbar
unexistent
arbeiten an
vergessenen orten
wie – wo arbeiten
im nichts
am erinnern – ja
prozesshaft – immer wieder
im eigenen inneren
erinnern
dann trifft man
auf orte
in orte
die waren weg
eben vergessen
einmal in besitz
genommen
arbeitsorte
unvergessen
ein unding
unsinn – nichts
vergessen
für den moment
in einem nicht erkennbar
unexistent
arbeiten an
vergessenen orten
wie – wo arbeiten
im nichts
am erinnern – ja
prozesshaft – immer wieder
im eigenen inneren
erinnern
dann trifft man
auf orte
in orte
die waren weg
eben vergessen
einmal in besitz
genommen
arbeitsorte
unvergessen
mann 8.99
mann
mann ist relativ
im netz
bildloser übertragungen
eingebettet
in zwangsintelektuelle regeln
strotzt er vor gefälliger impotenz
angeboren ist
die volle potenz
als möglichkeit
mann ist relativ
im netz
bildloser übertragungen
eingebettet
in zwangsintelektuelle regeln
strotzt er vor gefälliger impotenz
angeboren ist
die volle potenz
als möglichkeit
geschafft 7.99
geschafft
männer stülpen ihre weibliche seite nach außen
frauen stehen ihren mann
zufiefst inneres verlagert, schutzlos
eigengeschlechtliches sein so tief enttäuscht
gegenseitiges in besitz nehmen
verlassen des eigenen landes
grenzverschwimmende forderungen
immer an das gegenüber
in sich vernachlässigt
im fehlenden puzzleteil
wütet schmerzlich und
hasserfüllt
das verlassene brache land
männer stülpen ihre weibliche seite nach außen
frauen stehen ihren mann
zufiefst inneres verlagert, schutzlos
eigengeschlechtliches sein so tief enttäuscht
gegenseitiges in besitz nehmen
verlassen des eigenen landes
grenzverschwimmende forderungen
immer an das gegenüber
in sich vernachlässigt
im fehlenden puzzleteil
wütet schmerzlich und
hasserfüllt
das verlassene brache land
vieblättriger kreuzbaum 5.99
vierblättriger kreuzbaum
bleibende einschnitte – grün
im boden – geschenke
aufwärtsstrebend
jene nähren das leuchten
der augen
kinderaugen
bleibende einschnitte – grün
im boden – geschenke
aufwärtsstrebend
jene nähren das leuchten
der augen
kinderaugen
die schnecke 3.99
die schnecke
zusammenziehen
in sich kriechend
rückzug
linksherum zentrierend
im haus
hunger
neugier
treiben zur entfaltung
rechtsherum streckend
nach draußen
zusammenziehen
in sich kriechend
rückzug
linksherum zentrierend
im haus
hunger
neugier
treiben zur entfaltung
rechtsherum streckend
nach draußen
trauer 3.99
trauer
blut
muss fließen
trauer
im fluß halten
dass sie sich nicht einnistet
sonst
heißt das nächste gedicht
wut
blut
muss fließen
trauer
im fluß halten
dass sie sich nicht einnistet
sonst
heißt das nächste gedicht
wut
verzweiflung 2.99
verzweiflung
des bessermachenmüssens
nichtenttäuschendes gutwesen
wurzelabknabbernd
ich – darf –
es leben
wie meine väter
meine mütter
dann erst
können wir sehen
was ?
es wird sich zeigen
was die wurzeln
austreiben
im frühjahr
des bessermachenmüssens
nichtenttäuschendes gutwesen
wurzelabknabbernd
ich – darf –
es leben
wie meine väter
meine mütter
dann erst
können wir sehen
was ?
es wird sich zeigen
was die wurzeln
austreiben
im frühjahr
ahnenhaftes wesen 8.98
ahnenhaftes wesen
ahnenhaftes wesen
gewesen – wann – wie
der bauern – der mutter – der erde
war da was – ist da was
wie und wo ist es
ahnenhaftes wesen
gewesen – wann – wie
der bauern – der mutter – der erde
war da was – ist da was
wie und wo ist es
kreislauf 7.98
kreislauf
achten und annehmen
auf die alten zugehen
erfahren wo man herkommt
mit den kindern leben
erwachsen
im älter werden
beobachten wo es hingeht
die mitte ist der eigene fluss
die tragende verantwortung
so wird der kreis zur kugel
achten und annehmen
auf die alten zugehen
erfahren wo man herkommt
mit den kindern leben
erwachsen
im älter werden
beobachten wo es hingeht
die mitte ist der eigene fluss
die tragende verantwortung
so wird der kreis zur kugel
eine wand 6.98
eine wand
eine undurchdringbare wand
bewacht von einer giftspritzenden schlange
und einem drachen – dem wanddrachen
sie leben wie straßenkinder, zwischen mülltonnen
auf der straße, vor ihrer wand
meinen nur dort leben zu können
aus abgestumpfter gewohnheit
ihres ursprünglichen lebensraumes beraubt
angst vor wiederholung
schützen sie den schattenraum mit klebrigem schleim
in dem man sich verfängt, verirrt, verwirrt
wie die fliege auf dem lockstreifen in der küchenecke
eine undurchdringbare wand
bewacht von einer giftspritzenden schlange
und einem drachen – dem wanddrachen
sie leben wie straßenkinder, zwischen mülltonnen
auf der straße, vor ihrer wand
meinen nur dort leben zu können
aus abgestumpfter gewohnheit
ihres ursprünglichen lebensraumes beraubt
angst vor wiederholung
schützen sie den schattenraum mit klebrigem schleim
in dem man sich verfängt, verirrt, verwirrt
wie die fliege auf dem lockstreifen in der küchenecke
männerphantasien 6.98
männerphantasien
kritik an männerphantasien!?
benötigt wird das phantastische
sie haben angst
die männer und die frauen
menschenkinder sind ausdruck
sie wollen zusammen spielen
tummelplatz
kritik an männerphantasien!?
benötigt wird das phantastische
sie haben angst
die männer und die frauen
menschenkinder sind ausdruck
sie wollen zusammen spielen
tummelplatz
grüß gott 2.98
grüß gott
die frage,
die nicht mehr zu ende gedacht werden darf
von der zwanghaften antwort erschlagen
die antwort will die frage im keim ersticken
das nichts des geheimnisses
diese ruhe
wird von der antwort
als perönliche bedrohung empfunden
als kriegspol
durch vernichtung
emächtigt sich die antwort der frage
ist die frage tot
weint das kastrierte weib in seinem verließ
der mann triumphiert - einsam
die frage,
die nicht mehr zu ende gedacht werden darf
von der zwanghaften antwort erschlagen
die antwort will die frage im keim ersticken
das nichts des geheimnisses
diese ruhe
wird von der antwort
als perönliche bedrohung empfunden
als kriegspol
durch vernichtung
emächtigt sich die antwort der frage
ist die frage tot
weint das kastrierte weib in seinem verließ
der mann triumphiert - einsam
ein gedanke 2.98
ein gedanke
produkt
gewonnen aus dem potential
phantastisch menschlicher windungen
weich eingebettet in eine schale
produziert und fixiert der gedanke
losgelöst vom rest des produzenten
dessen körper
abgespalten, substanzlos,
entwurzelt, ohne hintergrund
fühlt er sich frei – der gedanke
ein fataler fehler
wie sich herausstellen sollte
produkt
gewonnen aus dem potential
phantastisch menschlicher windungen
weich eingebettet in eine schale
produziert und fixiert der gedanke
losgelöst vom rest des produzenten
dessen körper
abgespalten, substanzlos,
entwurzelt, ohne hintergrund
fühlt er sich frei – der gedanke
ein fataler fehler
wie sich herausstellen sollte
menschenkinder 2.98
menschenkinder
ausdruck
stimme
gefühl
zusammen
spielen
innen und außen
ausdruck
stimme
gefühl
aller menschen
ausdruck
stimme
gefühl
zusammen
spielen
innen und außen
ausdruck
stimme
gefühl
aller menschen
11.11.06
dreieck 1.98
dreieck
das dreieck muss sich drehen
ja drehen auf seine breitseite
dazu muss es jegliche stabilität
für den moment loslassen
sich einem bedrohlich
schwerelosen zustand
anvertrauen
es zieht und zerrt
es zieht und zerrt
das dreieck muss sich drehen
ja drehen auf seine breitseite
dazu muss es jegliche stabilität
für den moment loslassen
sich einem bedrohlich
schwerelosen zustand
anvertrauen
es zieht und zerrt
es zieht und zerrt
aufgeklärt 1.98
aufgeklärt
losgelassen angekommen
ihr sagt ich bin euer gast
aber wer nährt mich
ihr sagt befreie dich
aber von wem
ihr sagt tue was du willst
aber wo ist das
nicht frei
nicht losgelassen
haltlos rudernd
kein links, kein rechts
kein hinten, kein vorne
wo ist oben und unten?
ihr nennt es aufgeklärt
dabei ist es trüb und neblig
losgelassen angekommen
ihr sagt ich bin euer gast
aber wer nährt mich
ihr sagt befreie dich
aber von wem
ihr sagt tue was du willst
aber wo ist das
nicht frei
nicht losgelassen
haltlos rudernd
kein links, kein rechts
kein hinten, kein vorne
wo ist oben und unten?
ihr nennt es aufgeklärt
dabei ist es trüb und neblig
rohrpost 4.97
rohrpost
das weib – die mutter
irdisches außen
warm, weich, sorgend
entreißt dich dem raum
presst in form
trügerische wärme
zwischenraum
vorbereitung auf die kälte
meist unaufhaltsam
auf den weg geschickt
der erste tunnel
rohrpost
totgeburt – lebendig schreiend
das weib – die mutter
irdisches außen
warm, weich, sorgend
entreißt dich dem raum
presst in form
trügerische wärme
zwischenraum
vorbereitung auf die kälte
meist unaufhaltsam
auf den weg geschickt
der erste tunnel
rohrpost
totgeburt – lebendig schreiend
kloake 4.97
kloake
unter dem gullideckel
schwer zugänglich
heute war ich dort tauchen
den beißenden geschmack
wird man schwer los
zäh hält er sich fest
unter dem gullideckel
schwer zugänglich
heute war ich dort tauchen
den beißenden geschmack
wird man schwer los
zäh hält er sich fest
geschlechterkrieg 3.97
geschlechterkrieg
gegenpolbeherrschenwollenwahn
ursprungsverleugnung
geschlachterkrieg
gegenpolbeherrschenwollenwahn
ursprungsverleugnung
geschlachterkrieg
frühjahr 3.97
frühjahr
der anfang
nach dem ende
das aufbäumen
nach dem insichsinken
kälte ziehen lassen
spreizt sich ein
will nicht weichen
verbarrikadiert sich
wärme schreit
nach entfaltung
macht zeit geltend
flatterhaftigkeit allgegenwärtig
chancenloser krieg
verteidigungsdrang der kälte
zieht sich zurück
in nischen, ritzen, poren, ecken
vorrat zum übersommern
der anfang
nach dem ende
das aufbäumen
nach dem insichsinken
kälte ziehen lassen
spreizt sich ein
will nicht weichen
verbarrikadiert sich
wärme schreit
nach entfaltung
macht zeit geltend
flatterhaftigkeit allgegenwärtig
chancenloser krieg
verteidigungsdrang der kälte
zieht sich zurück
in nischen, ritzen, poren, ecken
vorrat zum übersommern
haus 2.97
haus
ein haus bauen
gemeinsam
jeder steuert bei
in ihm
leben
herrschen
umarmend
der familie ein haus sein
ein haus bauen
gemeinsam
jeder steuert bei
in ihm
leben
herrschen
umarmend
der familie ein haus sein
tanz maus 1.97
tanz maus
die falle lauert
tanz
du entgehst ihr nicht
tanz
schnell, vorsichtig, behände
tanz
speck und käse reichen nicht
tanz
die falle lauert
tanz
du entgehst ihr nicht
tanz
schnell, vorsichtig, behände
tanz
speck und käse reichen nicht
tanz
10.11.06
beziehungskiste 12.96
beziehungskiste
deckel aufbrechen
reinsteigen
2 seiten – 4 seiten
umlegen
deckel vierteilen
anlegen
beziehungsfeld
deckel aufbrechen
reinsteigen
2 seiten – 4 seiten
umlegen
deckel vierteilen
anlegen
beziehungsfeld
blumentopf 11.96
blumentopf
am arsch kotzt x
die kreide ein wenig
aus dem fenster
weswegen
sie den blumentopf
nachschmeißt
wohin
in den abgrund
die tiefe
keiner weiss
genau
wo das ist
am arsch kotzt x
die kreide ein wenig
aus dem fenster
weswegen
sie den blumentopf
nachschmeißt
wohin
in den abgrund
die tiefe
keiner weiss
genau
wo das ist
glück 6.96
glück
eintauchen
drehen, strecken, zusammenziehen
tunnelbilder
angst verlieren – sich
fliegen – spielen
treiben lassen
im strom
kabelgrenzen auflösen
steckdosenpolkappenverschmelzung
eintauchen
drehen, strecken, zusammenziehen
tunnelbilder
angst verlieren – sich
fliegen – spielen
treiben lassen
im strom
kabelgrenzen auflösen
steckdosenpolkappenverschmelzung
teil des waldes 5.96
teil des waldes
aderndurchzogen
farnsanftes wedeln
tiere treten ein
teil des waldes
werdend
aderndurchzogen
farnsanftes wedeln
tiere treten ein
teil des waldes
werdend
im grün 1.96
im grün
oben,
ganz oben drängt es nach unten
grund
unten hilfesuchend
wunsch nach fliegen
schwarz – blau
wo liegt gelb?
egal
es ist überall grün
oben,
ganz oben drängt es nach unten
grund
unten hilfesuchend
wunsch nach fliegen
schwarz – blau
wo liegt gelb?
egal
es ist überall grün
wer oder was 1.96
wer oder was
wer ist was
wer ist wer
was ist wer
was ist was
warum ist wer was
warum ist was wer
bin ich was
bin ich wer
menschenskind
wer ist was
wer ist wer
was ist wer
was ist was
warum ist wer was
warum ist was wer
bin ich was
bin ich wer
menschenskind
neujahr 12.95
neujahr
ein neues jahr
das nächste
schließt an
ans vorhergehende
schlängelt sich durchs leben
wie ein zug
immer länger, reicher
nicht neuvoller
ein neues jahr
das nächste
schließt an
ans vorhergehende
schlängelt sich durchs leben
wie ein zug
immer länger, reicher
nicht neuvoller
nebel 10.95
nebel
wie eine haut
aus watte.
schützt vor was
und warum.
diffus, warm, feucht.
pflanzen transformieren
nebel zu wasser.
elefanten fliegen herum.
wie eine haut
aus watte.
schützt vor was
und warum.
diffus, warm, feucht.
pflanzen transformieren
nebel zu wasser.
elefanten fliegen herum.
heiligenschein 4.95
heiligenschein
entschuldigen sie
ihr heiligenschein
ist heruntergefallen
ach nein
ich hatte keinen
heiligenschein
doch
er ist soeben
heruntergefallen
aber
ich hatte keinen
heiligenschein
ja
sie haben ihn
nicht bemerkt
einen heiligenschein
sieht nicht jeder
glauben sie mir
er ist gerade
heruntergefallen
ihr heiligenschein
ein heiligenschein allein ist nicht dicht
entschuldigen sie
ihr heiligenschein
ist heruntergefallen
ach nein
ich hatte keinen
heiligenschein
doch
er ist soeben
heruntergefallen
aber
ich hatte keinen
heiligenschein
ja
sie haben ihn
nicht bemerkt
einen heiligenschein
sieht nicht jeder
glauben sie mir
er ist gerade
heruntergefallen
ihr heiligenschein
ein heiligenschein allein ist nicht dicht
waldstadt 6.94
waldstadt
völliges durcheinander
organisiert
lautlos
nicht still
hin, her
rauf, runter
drunter, drüber
gewichte schleppen
ziehen
straßenverzweigungen
keine pause
ein ziel
völliges durcheinander
organisiert
lautlos
nicht still
hin, her
rauf, runter
drunter, drüber
gewichte schleppen
ziehen
straßenverzweigungen
keine pause
ein ziel
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